
Vielleicht kennst du dieses Gefühl:
Du sagst „Ja, klar“, obwohl innerlich alles in dir „Nein“ ruft.
Du springst ein, hilfst, übernimmst Verantwortung – und merkst irgendwann, dass du selbst kaum noch vorkommst.
Nicht, weil du schwach bist.
Sondern weil dir Beziehung wichtig ist.
Weil du niemanden enttäuschen willst.
Und weil du gelernt hast, dass Harmonie etwas Gutes ist.
Viele Christinnen leben genau so. Und oft sehr lange.
Der entscheidende Punkt ist nicht, dass du zu nett bist.
Und auch nicht, dass du keine Grenzen setzen kannst.
Der eigentliche Denkfehler lautet:
„Wenn ich Nein sage, bin ich lieblos.“
Oder noch tiefer:
„Wenn ich andere enttäusche, enttäusche ich Gott.“
Das ist kein bewusster Gedanke – sondern eine innere Logik, die sich über Jahre eingeschlichen hat.
Und genau diese Logik macht People Pleasing im christlichen Kontext so hartnäckig.
Wenn dein innerer Maßstab lautet:
Ein guter Christ ist verfügbar, hilfsbereit, anpassungsfähig,
dann wird dein Ja immer schwerer.
Nicht, weil du nicht helfen willst –
sondern weil dein Helfen keinen inneren Boden mehr hat.
Dann passiert Folgendes:
Du übernimmst Aufgaben, die niemand machen will.
Du hältst deine Meinung zurück, um keinen Konflikt zu riskieren.
Du stellst die Bedürfnisse anderer regelmäßig über deine eigenen.
Und irgendwann merkst du:
Du gibst viel – aber lebst kaum noch.
Hier liegt der entscheidende Perspektivwechsel:
Gott hat dich nicht beauftragt, alle Erwartungen zu erfüllen.
Aber er hat dir Verantwortung für dein eigenes Leben gegeben.
Jesus selbst lebt das vor:
Er hilft Menschen – und zieht sich zurück.
Er ist mitfühlend – und lässt sich nicht vereinnahmen.
Er dient – aber nicht auf Kosten seiner Sendung.
Sein Nein zu Erwartungen ist kein Mangel an Liebe.
Es ist Ausdruck von Klarheit.
Wenn du nur einen Gedanken mitnehmen willst, dann diesen:
Dein Ja wird erst dann christlich gesund, wenn dein Nein erlaubt ist.
Solange dein Nein Schuld auslöst,
kommt dein Ja nicht aus Freiheit –
sondern aus Angst.
Und Angst ist kein guter geistlicher Ratgeber.
People Pleasing ist kein „Ich bin halt so“-Thema.
Es ist ein erlerntes Muster.
Oft entsteht es dort, wo Beziehung früh an Leistung, Anpassung oder Verlässlichkeit geknüpft war.
Wo Anerkennung davon abhing, ob man „funktioniert“.
Das bedeutet nicht, dass du etwas falsch gemacht hast.
Aber es erklärt, warum dein Körper irgendwann protestiert,
wenn dein Glaube dich dauerhaft über deine Grenzen treibt.
Der Ausstieg beginnt nicht mit einem radikalen Nein.
Sondern mit einer ehrlichen Frage:
Wem versuche ich gerade gerecht zu werden – und warum?
Nicht jede Bitte ist ein Ruf Gottes.
Nicht jede Erwartung ist dein Auftrag.
Und nicht jede Enttäuschung bedeutet Beziehungsabbruch.
Reife im Glauben zeigt sich nicht darin,
wie viel du trägst,
sondern ob du innerlich frei bleibst.
Nicht darin, wie sehr du dich anpasst,
sondern ob du weißt, wer du bist – auch wenn du Nein sagst.
Wenn du spürst, dass People Pleasing dein Leben, deinen Job oder deinen Glauben still bestimmt,
kann es sehr entlastend sein, das Muster klar zu erkennen.
👉 Kostenloser Selbsttest: „Bin ich ein People Pleaser?“
wertschätzend, reflektiert und ohne Verurteilung.

Claudia Strauss Academy - Copyright 2023.
Datenschutzerklärung | Impressum
Auf dem Plasse 35 - 31675 Bückeburg - Deutschland