
Es gibt einen Satz, den ich in meinen Coachings immer wieder höre.
Er fällt meist leise. Fast entschuldigend.„Es ist gerade einfach alles zu viel –
aber ich kann nichts daran ändern.“Diesen Satz sagen keine Menschen, die aufgeben wollen.
Er kommt von Menschen, die lange treu waren.
Die getragen, geholfen, mitgedacht haben.
Die nicht einfach hinschmeißen.
Die glauben.Das ist verständlich – und gleichzeitig ein Alarmsignal
Viele, die an diesem Punkt stehen, haben schon alles gehört:
Du musst dich besser abgrenzen.
Du solltest öfter Nein sagen.
Du brauchst mehr Zeit für dich.Das ist nicht falsch.
Aber es hilft nicht, wenn sich innerlich nichts bewegt.Denn die meisten wissen das längst.
Und trotzdem fühlen sie sich wie festgefahren.Nicht, weil sie ungehorsam sind.
Nicht, weil sie Gott nicht vertrauen.
Sondern weil sie ein inneres Muster tragen, das sie immer wieder an dieselbe Grenze bringt.Wenn Treue langsam müde macht
Viele gläubige Menschen haben früh gelernt:
Treue ist wichtig.
Verlässlichkeit zählt.
Andere nicht im Stich zu lassen ist richtig.Und das ist wahr.
Problematisch wird es dort,
wo das eigene "Ja" und die Zusage nicht mehr aus Freiheit kommt,
sondern aus Pflicht.
Wo Durchhalten eine Art innere Anweisung ist und sowohl Selbstliebe als
auch Nächstenliebe ablöst und zwar auch dann, wenn der Körper und die Seele längst etwas anderes sagen.Dann entsteht innerlich ein leiser Konflikt:
Darf ich mich schützen – oder lasse ich dann andere im Stich?
Bin ich dann noch treu?
Bin ich dann noch „richtig“ vor Gott?Ein Muster, das viele nicht als solches erkennen
Oft steckt hinter dieser Erschöpfung kein Mangel an Glauben,
sondern ein erlerntes Anpassungsmuster.Menschen, die stark zu People Pleasing neigen,
haben gelernt:
Ich halte aus.
Ich passe mich an.
Ich stelle meine Bedürfnisse zurück,
damit Beziehung sicher bleibt.Nicht aus Berechnung.
Sondern aus Liebe.
Aus Loyalität.
Aus Angst vor Ablehnung.Und genau deshalb bleibt dieses Muster so lange unbemerkt –
auch im Glauben.Wenn Stress und People Pleasing zusammenkommen
Besonders gefährlich wird es,
wenn dieses innere Muster auf hohen Stress trifft.Nach außen wirkt oft alles stabil:
freundlich, hilfsbereit, engagiert.
„Sie hat alles im Griff.“Und innerlich?
Erschöpfung.
Innere Leere.
Das Gefühl, nur noch zu funktionieren.Viele lernen, ihre eigenen Gefühle zu übergehen –
so lange,
bis sie sie selbst kaum noch spüren.Ein christlicher Perspektivwechsel, der entlastet
Wenn ich in der Bibel lese, fällt mir auf,
dass Jesus Menschen niemals überfordert,
um sie brauchbar zu machen.Er bindet niemanden an Funktion.
Er ruft Menschen zuerst in Beziehung.Jesus ist zutiefst empathisch.
Und gleichzeitig frei.
Er hilft – und zieht sich zurück.
Er sieht Not – und lässt sich nicht treiben.Das ist kein Widerspruch.
Das ist geistliche Reife.Empathie bei Jesus bedeutet nicht Selbstaufgabe.
Sondern Leben aus Verbundenheit.Der erste Schritt ist Ehrlichkeit – nicht mehr Leistung
Der Wendepunkt ist selten ein großer Entschluss.
Meist beginnt er mit einem stillen Satz:So wie es gerade ist, tut es mir nicht gut.
Dieser Satz ist kein Unglaube.
Er ist Wahrheit.Und Wahrheit ist im christlichen Glauben
kein Feind der Treue –
sondern ihr Fundament.Du musst diesen Weg nicht allein gehen
Wenn du merkst, dass du sehr erschöpft bist,
dass dein Körper oder deine Seele längst Signale senden,
ist es wichtig, das ernst zu nehmen.Manchmal braucht es therapeutische Begleitung.
Manchmal geistliche Begleitung.Und manchmal beginnt Veränderung damit,
das eigene Muster zu erkennen –
nicht um sich zu verurteilen,
sondern um sich selbst wieder ernst zu nehmen.Wenn du dich hier wiedererkennst
Dann bist du nicht schwach.
Nicht untreu.
Nicht zu sensibel.Vielleicht bist du einfach sehr lange stark gewesen.
Und vielleicht lädt Gott dich gerade ein,
deine Treue neu zu leben –
nicht gegen dich,
sondern mit dir.💛 Kostenloser Selbsttest: Bin ich ein People Pleaser?
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