
Neulich habe ich gemerkt, wie schnell ich innerlich wieder zögere.
Ein Gespräch, das eigentlich dran wäre. Ein Thema, das mich beschäftigt.
Und sofort dieser Gedanke:
„Jetzt ist nicht der richtige Moment.“
Früher war das mein Standardsatz.
Im Job habe ich wichtige Gespräche monatelang vor mir hergeschoben.
Und privat? Da habe ich Konflikte lieber unter den Teppich gekehrt,
statt ehrlich auszusprechen, was mich verletzt hat.
Nach außen sah das ruhig und gelassen aus.
Nach innen war es Rückzug.
Was ich damals nicht gesehen habe:
Jedes Mal habe ich mich selbst zurückgestellt.
Nicht laut. Nicht dramatisch.
Aber konsequent.
Viele Menschen tragen genau diese Spannung in sich.
Du willst ehrlich sein, aber du willst auch niemanden verletzen.
Du willst dich zeigen, aber du hast Angst, dass ein Gespräch kippt.
Das wirkt harmlos.
Kostet aber viel Kraft.
Denn innerlich läuft ständig ein Film mit:
Was könnte passieren?
Wie wird der andere reagieren?
Was, wenn ich es nicht gut hinbekomme?
Oft geht es gar nicht um das Gespräch selbst.
Sondern um die innere Dynamik dahinter.
Zum Beispiel um Gedanken wie:
Ich darf nichts kaputt machen.
Ich muss das gut formulieren.
Wenn das schiefgeht, halte ich das nicht aus.
Dann wird Schweigen zur Strategie.
Nicht, weil dir Beziehung egal ist –
sondern weil sie dir zu wichtig ist, um sie zu riskieren.
Und so stellst du dich selbst zurück.
Nicht einmal.
Sondern immer wieder.
Wenn ich in der Bibel lese, fällt mir auf, wie Jesus mit Gesprächen umgeht.
Er vermeidet sie nicht – aber er geht auch nicht kontrollierend hinein.
Er muss nicht stark wirken.
Er bleibt klar.
Nicht perfekt vorbereitet.
Nicht abgesichert gegen jede Reaktion.
Aber präsent.
Das war für mich ein Wendepunkt:
Klarheit heißt nicht, keine Angst zu haben.
Klarheit heißt, im Kontakt zu bleiben – auch wenn es wackelt.
Ich habe aufgehört, auf den perfekten Moment zu warten.
Und angefangen, klein ehrlich zu sein.
Nicht mit den schwierigsten Themen.
Sondern mit dem, was mich wirklich berührt.
Manchmal helfen drei einfache Sätze, um im Gespräch zu bleiben:
„Ich merke, dass mir das schwerfällt – aber es ist mir wichtig.“
„Ich will nicht Recht haben, sondern verstanden werden.“
„Ich spreche das an, weil mir unsere Verbindung wichtig ist.“
Nicht jedes Gespräch endet harmonisch.
Aber jedes ehrlich geführte Gespräch hat mich mir selbst nähergebracht.
Vielleicht schweigst du öfter, obwohl innerlich viel da ist.
Nicht, weil du konfliktscheu bist.
Sondern weil du loyal bist.
Weil du niemanden verlieren willst.
Dann darfst du lernen, dich zu zeigen –
nicht mit Härte,
sondern mit Kontakt.
Mit dir. Und mit dem anderen.
Wenn du merkst, dass dich dieses Muster schon länger begleitet,
lade ich dich ein, einen Schritt weiterzugehen.
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inklusive wertschätzender Auswertung.
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