Das YES-Prinzip®

Your Empowered Self

Für andere da sein - ohne dich selbst zu verlieren.

Ein Blog über innere Stärke, Identität und Resilienz - christlich fundiert und alltagstauglich gedacht.

Zu empathisch als Christ

Zu empathisch als Christin? Warum dich das Funktionieren müde macht

May 12, 20233 min read

„Ich bin einfach zu empathisch.“

Diesen Satz habe ich schon unzählige Male gehört.
Meist gesagt mit einem müden Lächeln.
Und oft begleitet von dem Gefühl, sich selbst dabei zu verlieren.

„Ich spüre sofort, was andere brauchen.
Ich nehme Stimmungen wahr.
Und bevor ich darüber nachdenke, bin ich wieder für alle da –
nur nicht für mich.“

Wenn dir das bekannt vorkommt, lass uns einen Moment innehalten.


Das ist verständlich – und gleichzeitig sehr erschöpfend

Empathie ist etwas Wunderschönes.
Sie verbindet.
Sie lässt uns mitfühlen, zuhören, unterstützen.
Gerade unter Christen ist sie oft tief verankert.

Viele tragen genau deshalb diese innere Spannung:
Sie wollen lieben, helfen, treu sein –
und merken gleichzeitig, wie müde sie dabei werden.

Nicht, weil sie falsch lieben.
Sondern weil sie sich selbst dabei verlieren.


Das eigentliche Problem ist nicht deine Empathie

Viele sagen an diesem Punkt:
„Ich bin einfach zu empathisch.“

Aber das greift zu kurz.

Das Problem ist nicht, dass du viel fühlst.
Sondern dass dein Mitgefühl oft keine Grenze kennt.

Dann wird Empathie zur Verpflichtung.
Zum inneren Druck.
Zu einem stillen „Ich muss“.

Nicht bewusst.
Nicht böse gemeint.
Sondern gelernt.


Zwei Arten von Empathie – und ein entscheidender Unterschied

Es gibt Empathie, die verbindet –
und Empathie, die auf Dauer auslaugt.

Gesunde Empathie bedeutet:
Du nimmst wahr, was andere brauchen –
und entscheidest frei, was du geben kannst.

Ungesunde Empathie bedeutet:
Du nimmst wahr, was andere brauchen –
und fühlst dich verantwortlich, es zu erfüllen.

Der Unterschied ist nicht Härte.
Sondern innere Freiheit.

Und genau hier beginnt das Dilemma vieler treuer Menschen:
Sie haben gelernt, Verantwortung zu tragen –
aber nicht, sich selbst darin mitzuhalten.


Ein leiser christlicher Perspektivwechsel

Wenn ich in der Bibel lese, fällt mir auf,
dass Jesus unglaublich empathisch ist.

Er sieht Menschen.
Er fühlt mit.
Er bleibt zugewandt.

Und gleichzeitig:
Er lässt sich nicht von Erwartungen treiben.

Er lässt sich von Gott leiten.
Er zieht sich zurück, betet, handelt.
Er bleibt immer in Beziehung – ohne sich zu verlieren.

Empathie bei Jesus bedeutet nicht Selbstaufgabe.
Sondern Verbundenheit mit Gott, mit sich, mit anderen.

Das verändert alles.


Empathie beginnt nicht beim anderen

Viele, die erschöpft sind, versuchen dann, härter zu werden.
Sich abzuschotten.
Ihr Herz zu schützen, indem sie es verschließen.

Aber das ist nicht der Weg.

Der Weg ist nicht weniger Empathie.
Sondern mehr Empathie mit dir selbst.

Ja, Christen vergessen das oft. Sie fühlen mit anderen. Sie dienen Gott.

Aber wenn du das, was Jesus sagt, ernst nimmst: dann geht es darum,

Gott zu lieben und den nächsten wie dich selbst. Also beachte den

Dreiklang: Gott - dich selbst - den Nächsten.

Vielleicht ist heute nur diese Frage dran:

Wo gehe ich über meine Grenze – nicht aus Liebe, sondern aus Pflicht?

Und vielleicht darfst du dir erlauben:
Empathisch zu bleiben.
Einfach, um dich selbst ernst zu nehmen.


Wenn du dich hier wiedererkennst

Dann bist du nicht „zu sensibel“.
Nicht schwach.
Nicht unfähig zur Abgrenzung.

Du bist vermutlich treu.
Aufmerksam.
Und müde vom dauerhaften Funktionieren.

Wenn du spürst, dass dieses Muster dich schon länger begleitet,
lade ich dich ein, einen nächsten Schritt zu gehen.


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